Annett Louisan

?Ich bin leidenschaftlich, chaotisch und harmoniebed√ľrftig?, so die deutsche S√§ngerin Annett Louisan, 27, √ľber sich selbst. Aufgefallen ist die sympathische Blondine mit ihrem Kuschellied ?Das Spiel?, mit dem sie von Anhieb die heimische Hitparade st√ľrmte. Vergangenes Jahr kam ihr zweites Album ?Unausgesprochen? auf den Markt. Im Rahmen ihrer ?Unausgesprochen Tour 2006? kommt sie Anfang November wieder mal auch nach Wien, Graz und Linz. Wir trafen sie zum Interview.

Louisan klingt ja sehr französisch. Hast du französische Wurzeln?
Annett Louisan ist mein K√ľnstlername, meinen richtigen Namen w√ľrde ich auch nicht verraten. Famili√§r sind meine franz√∂sischen Wurzeln ganz lange her. Mich verbindet aber etwas mit der Grand Nation, zumal ich eine gro√üe Liebhaberin der Chansons bin. Selber m√∂chte ich auch gerne mal franz√∂sisch singen.

Sp√ľrst du eine Entwicklung in deiner Musik?
Doch ja. Mein erstes Album hat mir die Richtung vorgegeben, sodass ich während der Produktion des neuen Albums ganz genau wusste, wie weit ich mit der Veränderung gehen darf. Es sind mehr Instrumente dabei, es war alles sehr schön.

Warum hast du das Album ?Unausgesprochen? betitelt? Verr√§tst du in den neuen Liedern etwas mehr √ľber dich, dein Leben und deine Pers√∂nlichkeit?
Der Titel ist nicht auf das erste Album bezogen. Ich glaube aber, dass es in der Liebe zwischen Menschen supersch√∂ne Gespr√§che und wundersch√∂ne Gedanken gibt. Aber das meiste bleibt dabei unausgesprochen. Ich fand den Titel sehr sch√∂n, zumal meine Songs sehr ins Detail gehen, tiefgr√ľndig sind. Sie behandeln Themen, die Leute nicht so gern aussprechen, die aber trotzdem irgendwie zum Leben dazugeh√∂ren.

Betrachtest du dich als einzigartige K√ľnstlerin in der Szene?
Das ist schwierig von mir selbst aus zu sagen. Mich freut es aber besonders, dass es vor allem Musikjournalisten nicht leicht fällt, meine Musik in Worte zu fassen. Es freut mich, dass es nicht sofort etwas gibt, womit man mich vergleichen könnte.

Stört es dich, wenn Leute denken du wärst allerliebst ? eine Kuschelmaus?
Also, ich glaube, man kann dagegen gar nichts tun. Jeder Mensch hat eine eigene Ausstrahlung: Manche sind k√ľhl, die anderen warm und sympathisch, unschuldig. Man kann das nicht spielen. Ich kann mir jetzt nicht eine Brille aufsetzen, oder eine Warze ans Gesicht kleben. Das bin ich, das strahle ich aus, und das kann man nicht √§ndern. Damit muss ich leben. Ich liebe es in Harmonie miteinander zu sprechen. Ich bin ein h√∂flicher Mensch.

Hast du nie Streit?
Doch. Ich kann manchmal eine richtige Zicke an. Nur ich kann sehr leicht falsche Menschen durchschauen.

Du bist ja ein Einzelkind. Bist du verwöhnt worden?
Ja, ich bin doch von meinen Eltern verwöhnt worden. Ich gebe es zu. Ich bin immer als kleine Prinzessin behandelt worden. Meine Eltern sind sehr stolz auf mich.

Du scheinst eine eher sch√ľchterne, zarte Person zu sein. Wie gehst du mit dem Medienecho um? Und bist du eigentlich so zart, wie wir das alle denken? Steckt vielleicht doch eine b√∂se Annett hinter der Fassade?
Ich habe einen starken Gerechtigkeitssinn, kann aber auch leider manchmal ganz b√∂se sein. Ich glaube, man ist zu den Menschen, die man am meisten Lieb hat, am b√∂sesten, weil man nat√ľrlich dabei auch alle H√ľllen fallen l√§sst. Im Umgang mit den Medien ziehe ich mich auch gerne zur√ľck, weil ich mich nicht gern offenbare.

Welche Frage bekommst du oft von Journalisten gestellt?
Die nervigsten aller Fragen waren: ?Spielst du gern?? oder ?Warum willst du immer wieder spielen??. Das geht mir schon ein wenig auf den Geist, weil auf der einen Seite wollen die Journalisten auf intellektueller Basis mit mir kommunizieren, und auf der anderen stellen sie mir dann Fragen wie ?Was ist deine Lieblingsfarbe??. Das nervt mich schon.

Was war das Schlimmste, das du je in deinem Leben angestellt hast?
Lass mich kurz √ľberschlagen. Ich habe schon ein paar schlimme Sachen gemacht, die mir sehr leid tun. Ich habe einmal einen sehr guten Freund schlimm angelogen. Das lohnt sich nicht, denn das r√§cht sich alles und kommt auf dich zur√ľck. Das war nicht gut, weil ich wei√ü, wie viel Vertrauen in einer Freundschaft wichtig ist. Ihn habe ich auch als Freund verloren. Ich versuche meine Fehler aber auch einzugestehen, weil ich alles reflektiere und analysiere. Ich bin selbstkritisch und selbstbewusst, aber nicht in jeder Phase meines Lebens. Es ist verschieden.

Wie war Annett als Kind?
Ich hatte eine wundersch√∂ne Kindheit, eine super Mutter und tolle Gro√üeltern. Ich war ein verw√∂hntes und offenes Kind. Das hat sich dann in der Pubert√§t alles ein wenig gelegt, ich bin introvertierter geworden, wie viele andere Jugendliche auch. Ich war auch ein naives Kind, sehr neugierig, aber auch mit rosa Brille drauf. Ich habe mir die Welt immer so vorgestellt, wie ich es wollte. Tr√§ume sind wirklich f√ľr das Leben. Ich muss sagen, dass ich sehr froh bin diese Kindheit gelebt haben zu k√∂nnen, denn nicht jeder hat die M√∂glichkeit dazu. Mein Traum war es auf der B√ľhne zu stehen und ich habe als Kind immer die Hitparade in unserer Stra√üe gespielt, weil es ja kein Unterhaltungsfernsehen wie heute gab.

Wie w√ľrdest du dich in drei Worten beschreiben?
Leidenschaftlich, chaotisch, harmoniebed√ľrftig.

Wieso chaotisch?
Chaotisch, weil ich kein Planmensch bin. Ich kann unter Umständen so chaotisch unordentlich sein, dass es alle um mich herum nervt.

(esn)

www.annettlouisan.de

Fotos: Nela König / 105 Music GmbH
Bild zum Interview mit Annett Louisan

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0 Kommentare | am 27. Aug 2006 geschrieben

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