Jovanotti

Jovanotti
?Mein Glaube ist die Musik?

Lang war es still um den italienischen Rapper Lorenzo Cherubini, 40, besser bekannt als Jovanotti. Nach dem Erfolg mit seinem Album ?Il Quinto Mondo? (2002), meldete er sich vergangenes Jahr mit neuem Material (Album: ?Buon Sangue?) zur├╝ck.

Was hast du in den letzten vier Jahren gemacht?
Ich habe an meinem aktuellen Album gearbeitet, Songs geschrieben, mich um meine Familie gek├╝mmert. Vier Jahre sind nicht viel, um ein neues Album zu ver├Âffentlichen, man muss ja auch den enormen Aufwand dahinter ber├╝cksichtigen. Ich brauchte diese Auszeit, um wieder zu mir zu kommen. Wenn ich Musik mache, brauche ich keine Erholung. Es ist eben meine Erholung. Wenn ich ein Ingenieur w├Ąre, dann br├Ąuchte ich Urlaub. Aber als Musiker, der sein Handwerk ├╝ber alles liebt, braucht man keinen Urlaub. Vielleicht nur von den unz├Ąhligen Promotions und der Arbeit mit den Plattenfirmen, aber nicht von der Musik alleine. Ich lasse mich nicht stressen, und ich mag das, was ich mache. Vor allem begeistert mich das st├Ąndige Reisen. Musik zu machen ist die Therapie gegen Stress. Ich rede aber sehr schwer ├╝ber Musik, denn Musik ist nicht da, um ├╝ber sie zu reden, sondern um sie zu h├Âren.

?Buon Sangu? ist dein zw├Âlftes Album. ?Buon Sangue? hei├čt gutes Blut. Wieso hast du dich f├╝r diesen Titel entschieden?
Blut ist das Symbol des Lebens. Wir k├Ânnten ohne Blut nicht leben, und deshalb ist es so wichtig. Blut ist gut, wenn es im Inneren flie├čt, aber schlecht wenn es nach au├čen gelangt. Ich wollte ├╝ber das menschliche Leben und das Funktionieren desgleichen sprechen.

Bist du religi├Âs?
Ja, ich bin religi├Âs, aber auf eine bestimmte Weise. Ich bin kein Angeh├Âriger einer Konfession, denn ich bin der Meinung, dass jeder Mensch einen Glauben hat, egal ob er nun der Kirche angeh├Ârt oder atheistisch ist. Mein Glaube ist die Musik, und in dieser Hinsicht bin ich sehr religi├Âs, denn der Glauben an die Musik gibt mir sehr viel Kraft und Energie. Ich interessiere mich aber auch f├╝r die Religionen dieser Welt, und erkunde sie auch gerne. Religion ist eine Institution, der man angeh├Ârt. Deshalb sage ich auch, dass ich nur auf eine bestimmte Weise religi├Âs bin, weil ich keiner Glaubensgemeinschaft angeh├Âre.

Bist du ein stolzer Italiener?
Ja, ich bin stolz, denn ich habe eine sehr sch├Âne Heimat. Ich liebe alles an Italien, von den Alpen bis zum ├ätna, von Mailand bis Bari. Ich wollte nie aus Italien wegziehen, denn ich f├╝hle mich sehr wohl dort, und die Menschen sind so freundlich und zuvorkommend. Jeder, sollte meiner Meinung nach, auf seine Heimat stolz sein, denn sie ist sehr wichtig f├╝r die eigene Identit├Ąt. Ich bin kein Patriot, aber ich sage immer, dass etwas ?Ferrero? und Da Vinci in meiner DNA steckt. Genauso steckt auch etwas Mozart in der DNA von euch.

Was denkst du ├╝ber die italienische Musikszene?
Wir sind sehr arm, was die Qualit├Ąt der Musiker angeht. Es gibt sehr viele Solok├╝nstler und Bands, aber nur wenige sind gut. Es gibt eine sehr weit verbreitete Folk-Szene rund um das San-Remo-Festival, aber es gibt nur vereinzelt bekannte K├╝nstler, die auch richtig gute Musik machen, wie beispielsweise Eros Ramazotti und Tiziano Ferro. Beide haben sehr gro├čes Talent, das sie auch international unter Beweis stellen konnten. Das macht eben Erfolg aus. Ich sp├╝re, dass es langsam aufw├Ąrts geht, bin aber dennoch der Meinung, dass die Szene in Deutschland oder ├ľsterreich bei weitem besser ist.

www.soleluna.com

Fotos: Universal
Bild zum Interview mit Jovanotti

Bild zum Interview mit Jovanotti

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0 Kommentare | am 25. Jun 2006 geschrieben

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