Kabarettduo Blözinger

Ich habe mir ihr brandneues, drittes Programm "B*Zug" im Wiener Kabarettlokal Spektakel angesehen und die beiden sympathischen Oberösterreicher danach interviewt:

MAX: "Blözinger", wie kommt man eigentlich auf so einen Namen?

PENZIGER: Dieser Name setzt sich aus unseren Nachnamen zusammen. Mein Partner heißt Blöchl und ich heiße Penzinger, zusammen Blözinger. Zuerst wollten wir uns Penchl taufen, aber das klingt auch scheiße, ...darum Blözinger.

BLÖCHL: Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, soll sich die beiden Namen einmal aufschreiben, dann erkennt man es ganz schnell.

MAX: Wie und wann seid Ihr zusammen gekommen und warum habt Ihr beschlossen ein Kabarettduo zu gründen?

PENZINGER: Zu zweit ein Trio zu gründen, war so schwierig! Kennen gelernt haben wir uns bei den Cliniclowns und eine Kollegin von dort hat gemeint, wir zwei sollten Kabarett machen - genau das haben wir dann gemacht.

BLÖCHL: Nachdem sich meine Solokarriere zerschlagen hat hab ich mir gedacht: Ja, ...ein Duo!

MAX: Man sagt ja „Aller Anfang ist schwer". Wie war der Anfang für Euch?

BEIDE: Schwer, sehr schwer!

BLÖCHL: Ich glaube es ist für jeden gleich schwer.

PENZINGER: Das glaube ich auch.

BLÖCHL: Es war sicher genau so schwer, wie Hader oder Dorfer angefangen haben. Die haben zu Beginn genauso für ein Butterbrot gespielt und haben sich ihr Publikum auch erst erspielen müssen, weil es für das was sie gemacht haben einfach noch keines gegeben hat.
Heute ist das nicht anders. Wirtschaftskrise hin oder her - ich glaube das man lange und gut im Geschäft bleiben muss, sprich man muss immer vorhanden sein und sich in dem was man macht immer steigern, dann passiert´s sowieso.

PENZINGER: Einfach nicht aufgeben, das ist wichtig.

BLÖCHL: Wir machen das jetzt seit 5 Jahren und haben noch keinen wirklich großen Bekanntheitsgrad in Wien, aber es wird langsam und man assoziiert vielleicht schon manches Mal etwas mit dem Namen Blözinger. Man muss einfach dran bleiben, denn Beharrlichkeit ist sehr wichtig.

MAX: Inzwischen habt Ihr etliche Kabarettpreise gewonnen, ...hat euch das verändert?

PENZIGER: Ja, optisch. Wir sehen jetzt viel besser aus.

BLÖCHL: Naja der größte Kabarettpreis ist ca. 25cm, also so groß sind sie gar nicht, aber wir haben uns darüber natürlich sehr gefreut. Es ist halt leider die einzige Möglichkeit eine Form von Anerkennung von halbwegs offizieller Seite zu bekommen, deswegen macht man bei so komischen Wettbewerben überhaupt mit. Der Name steht dann in den Medien und das ist eine gute Möglichkeit ein bisschen bekannter zu werden.

PENZIGER: Es steigt dann auch die Erwartungshaltung des Publikums.

BLÖCHL: „Die haben den und den Preis gewonnen, die müssen ja gut sein!", und genau so läuft das.

PENZIGER: Ja, ...auch wenn man dann scheiße ist! Naja, aber menschlich hat es uns nicht verändert. Hoffentlich.

MAX: Vor kurzem hattet Ihr Premiere mit eurem dritten Programm "B*Zug". Könnt Ihr mir kurz verraten worum es darin geht?

PENZINGER: Um eine Zugfahrt.

BLÖCHL: Es ist uns schon so passiert, dass wir mit dem Zug von Linz nach Wien fahren mussten, dass wir das einfach zum Thema von unserem neuen Programm genommen haben. Es ist uns genauso oft passiert, dass wir bei diesen Zugfahrten besprochen haben, was wir als nächstes machen wollen und darum geht es.

PENZINGER: Durch das, dass wir aus beruflichen Gründen Zug fahren müssen, ergibt sich einfach die Frage was man im Zug so machen kann. Im Stück geht darum, das wir unser Programm im Zug schreiben wollen, aber es gelingt und eh nicht.

MAX: Hat sich eure Zusammenarbeit im Laufe der Jahre verändert? Ist es leichter geworden etwas Neues zu schreiben?

BLÖCHL: Ich glaube nicht dass es leichter geworden ist, aber es fällt uns leichter zu wissen was der Andere kann und Pointen für den Anderen zu schreiben. Man kennt sich einfach besser. Themen haben wir schon so viele verworfen, dass wir sicher noch 2 - 3 weitere Programme vom Inhalt her hätten, ...natürlich nur wenn wir uns nicht morgen zerstreiten. Es geht nur darum, dass man die Themen die in der Luft liegen, und es liegen immer welche in der Luft, sei es Alltägliches oder ganz Konkretes. Das muss man einfach hernehmen und für sich zurechtschneiden. Darin wird man mit der Zeit besser, Gott sei Dank.

PENZINGER: Was ich auch glaube ist, das man bei längerer Zusammenarbeit dem Partner einfach irgendwann blind vertraut. Ich weiß, wenn es mir z.B. heute nicht so gut geht, dass der Robert das wettmacht und umgekehrt genauso.

BLÖCHL: Das ist der Riesenvorteil bei einem Duo, denn als Solokünstler hat man keinen doppelten Boden, ...wenn man da hängt, dann hängt man und da muss man sich selber etwas einfallen lassen. Wenn man ein Energieproblem hat, muss man sich dann selber rausheben - bei einem Duo wird man vom Partner mitgerissen.

MAX: Im Wiener Lokal "Vorstadt" habt Ihr noch ein Sideproject laufen, das seit einem Jahr regelmäßig und mit großem Erfolg stattfindet. Könnt Ihr mir darüber auch etwas erzählen?

BLÖCHL: Wir? Da würde ich mich jetzt mit fremden Federn schmücken, denn eigentlich hat das Roland auf die Füße gestellt, aber Eines muss ich schon sagen: Immer wenn er wen braucht, ruft er schon mich an (lacht).

PENZINGER: Dafür hat man Partner. Das Ganze heißt "Verwurschtelt" und ist verwurschtelt. Es gibt die Möglichkeit Kabarettisten einmal von einer ganz anderen Seite zu sehen und gleichzeitig aber auch zu sehen, wie schwierig es ist, Texte für jemanden zu schreiben, den man nicht kennt. Wie soll ich das jetzt erklären?

BLÖCHL: Lass mich! Also die Idee hatten wir schon gemeinsam, aber er hat sie umgesetzt. Es geht darum, dass Kabarettisten Sachen geschrieben haben, aber vielleicht nie aufgeführt haben und diese von einem anderen Kabarettisten gespielt werden. Etwas Schlechtes traut man sich da eh nicht hergeben, denn man sieht dann, wie es jemand anders auf der Bühne spielt. Allein das ist schon sehr interessant.

PENZINGER: Ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal einen Text von Gonzo Maxa spielen sollte, wo ich auf der Bühne erst die Pointe entdeckt habe, obwohl ich den Text davor schon einige Male gelesen hatte, das hat mich dann selbst überrascht. Ich hätte über dieses Thema zwar auch geschrieben, aber komplett anders. Der Stil eines jeden Kabarettisten ist eben sehr persönlich.

BLÖCHL: Es ist nett zu sehen, wie jemand anderer das sieht was ich geschrieben habe. Einmal musste ich Lieder aus Texten von Robert Mohor machen, die eigentlich keine Lieder, sonder nur Texte waren und das war sehr nett.

MAX: Wie immer meine Starchat - Frage zum Schluss: Wenn Euch ein junger Mensch, z.B. Euer Sohn fragen würde, ob ihr es ihm raten könnt Künstler zu werden, was würdet Ihr antworten?

BLÖCHL: Meinem Sohn, der momentan noch als Frühschwimmer durch meine Nebenhoden segelt, würde ich sagen: Ja mach´s! Ich würde ihn unterstützen. Es gibt genug Menschen, die Sachen machen, die sie eigentlich nicht interessieren und ich habe das auch lange genug gemacht. Ich denke mir, warum nicht? Man macht so viele Sachen im Leben, warum sollte nicht auch einmal etwas Gutes dabei sein.

MAX: Vielen Dank für das Interview und weiterhin noch viel Erfolg!


Termine:

Blözinger:

Programm: "Beziehungwaise"

Mi. 26.11.2008, 19:30, Kulturzentrum Hof, Linz

Programm: "Ohne Gewehr"

Fr. 31.10.2008, 20:00, Kulturzentrum d´Zuckerfabrik, Enns

Programm: "B*Zug"

Fr. 07.11. 2008 und 24.01.2009, 19:30, Gruam, Wien

Mo. 24.11.2008, 20:00, Posthof, Linz, OÖ

19. und 20.12.2008, 20:00, Theater am Alsergrund, Wien

08.01, 05.02. und 05.03. 2009, 20:00, Spektakel, Wien

Mo. 20.04. 2009, 20:00, Stadthalle Ybbs, NÖ

Verwurschtelt, der senfsationelle Kabarettabend:

So.07.12. 2008, 19:30, Vorstadt, Wien


Links:

www.bloezinger.at/BZDuoInfo.html

www.maxneumeyer.at

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Bild zum Interview mit Kabarettduo Blözinger

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Fotos und Interview von Max Neumeyer


0 Kommentare | am 10. Nov 2008 geschrieben

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