| Cosa Nostra ? Unsere Sache
Wenn man Thomas Stipsits googelt erhält man in 0,21 Sekunden sagenhafte 19800 Treffer und das ist für einen 25 jährigen Jungkabarettisten, der auf der Bühne wirkt, als hätte er schon mehrere Jahrzehnte Erfahrung, unglaublich. Liest man sich die Kritiken über die bisherigen Programme von Stipsits durch, könnte man meinen die Journalisten seien allesamt mit ihm verwandt oder verschwägert, so wie er in den Himmel gelobt wird. Ich werde also gleich zu Beginn vorwegnehmen: ?Nein wir sind nicht miteinander verwandt oder verschwägert ...und wenn doch, dann wissen wir es beide nicht!? Vielleicht wird der Eine oder die Andere schon wissen was jetzt kommt ? sei es wie es sei ? auch ich war von der Bühnenpräsenz des jungen Steirers begeistert. Wenn man ihn auf der Bühne beobachtet, wenn man sieht wie leicht er von einer Rolle in die Nächste hüpft und wie treffsicher er die verschiedenen Charaktere verkörpert, dann kann man sich schon denken mit welcher Professionalität er an die Sache rangeht. Ich glaube nicht das es, abgesehen von Josef Hader vielleicht, einen anderen Kabarettisten gibt, der intensivere Probearbeit leistet. In seinem dritten Programm spielt Stipsits sicher 20 verschiedene Rollen, Menschen die man kennt, in Situation die viele von uns schon selber erlebt haben. Natürlich wird auch hier übertrieben, doch besonders an solch übertriebenen Stellen, wenn Stipsits schon selber mitlachen muss und man nicht mehr weiß ob dieses Lachen ehrlich oder einstudiert ist, erkennt man welch ein Riesenschelm im Nacken des sympathischen Stinatzers sitzen muss. Thomas Stipsits braucht nicht viel über Politiker und ihre Fehlentscheidungen zu palavern, er braucht keine tiefgreifenden Überlegungen anstellen, er braucht nur sich selbst, seine Gitarre, seine Steirerphilosophie samt tollem Dialekt und sein großes Talent für die Bretter, die die Welt bedeuten und seiner Karriere wird nichts mehr im Wege stehen. Wenn die Mafia erst einmal in Stegersbach tätig wird, wenn man Menschenknochen in der Blumenerde findet, wenn ein Reisebus mit einem depressiven Reiseleiter den Star des Abends überfährt und es um 2,5 Millionen Euro geht, dann kann das nur eines bedeuten: ?Thomas Stipsits is in town!?, ?und das sollte sich niemand entgehen lassen. Ich hatte die Ehre dem Kabarettisten ein paar Fragen zu stellen. Man darf jedenfalls gespannt sein was Thomas Stipsits in Zukunft noch alles auf die Beine stellen wird. Wenn er seine Natürlichkeit und seinen Charme nicht verliert kann es nur hervorragend werden. Kompliment! Hallo Thomas, du warst hervorragend heute. Wie gehst du mit deiner wachsenden Prominenz und der immer größer werdenden Fananzahl um? Macht dir das Ganze nicht auch ein wenig Angst? A: Vielen Dank!Ich freue mich natürlich sehr, wenn mehr Leute als nur die Bekannten zu meinem Programm kommen. Irgendwie bestätigt das Ganze eine wirkliche harte Aufbauarbeit! Aber ich denke nicht, dass meine Prominenz wächst. Mir ist lieber, ich bin bekannt und die Leute kommen zu mir, als ich bin prominent und die Leute sagen ?nicht schon wieder der? Wenn man dir so zusieht, könnte man meinen du hättest noch nie etwas Anderes gemacht. Wie bist du zum Kabarett gekommen und was hast du vorher gemacht? A: In gewisser Weise stimmt das auch. Ich habe nie wirklich gearbeitet im Sinne 7 Uhr aufstehen, in die Firma fahren, Montag bis Freitag. Ich habe die Matura gemacht in Eisenerz, ich war sogar der Einzige in der Geschichte vom BORG Eisenerz, der bei der Religionsmatura durchgefallen ist. Zu dieser Zeit habe ich bereits mit dem Jugendtheater angefangen, und so kam eines nach dem anderen. Nach meinem Zivildienst habe ich begonnen vom Kabarett zu leben. Hast du irgendwelche Ausbildungen in diese Richtung absolviert? A: Ja. Bei Magarethe Tiesel und Helmut Köpping, gemeinsam mit meinen Schauspielkollegen von Theater Direkt. Was würdest du einem jungen Menschen empfehlen, der/die KabarettistIn werden möchte? A: Bei allen Dingen auf der Bühne authentisch zu bleiben. Ich denke man muss etwas von sich hergeben um die Menschen wirklich im Herz, im Hirn und im Bauch zu treffen. Ich habe gehört, dass dir dein Vater sehr starke Unterstützung zukommen lässt. Inwieweit ist er an der Entstehung und dem Erfolg deiner Programme beteiligt? A: Wir schreiben die Programme immer gemeinsam. Das Verhältnis ist ungefähr 50 / 50, wobei wir in der Endphase eigentlich fast alles gemeinsam erarbeiten. Mein Dad übernimmt die Rolle des Consigliere. Woher holst du dir deine Ideen, ...jeder Künstler hat da ja so seine Methoden ? verrätst du uns deine? A: Das meiste aus Beobachtungen. Alle Figuren im Programm haben lebende Vorbilder. Teilweise sind es auch Dinge die schon die ganze Zeit in einem lodern und erst durch die Bühne zum Flächenbrand werden. Deine Programme erinnern vom Aufbau schon eher an Theater oder Film, hat das bestimmte Gründe? A: Ich liebe konstruierte Sachen, die sich dann schön auflösen. Pulp Fiction, Die üblichen Verdächtigen usw. Ich hoffe es ist uns mit Cosa Nostra so halbwegs gelungen Wenn man sich Cosa Nostra, dein neues Programm ansieht und dich beobachtet wie du in Windeseile zwischen 20 verschiedenen Charakteren wechselst, frag man sich wie lange man wohl braucht um so etwas einzustudieren. Wie lange schreibst bzw. probst du für ein neues Programm? A: Ich beginne meist im Sommer vor einer Premiere zu überlegen, wobei die Grundthematik schon im Hinterkopf schlummert. Bei Cosa Nostra haben mein Dad und ich voriges Jahr im Sommer auf Karpathos zu arbeiten begonnen. Das war eine sehr intensive und wichtige Zeit. Wir saßen oft den ganzen Tag in einer Taverne, tranken einen Nescafe nach dem anderen und spielten mögliche Szenarien durch. Danach haben wir begonnen, das Ganze wie einen kleinen Roman aufzuschreiben, inklusive kleiner Biografien der Figuren, die zu diesem Zeitpunkt schon sehr klar waren. Danach ruht das Ganze eine Weile. Und so drei, vier Monate vor der Premiere beginnen wir das Ganze auszuformulieren. Danach beginnen die Proben. Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du irgendwelche bestimmten Pläne? A: Nie die Kreativität und vor allem den Spaß daran zu verlieren! Das erschient mir am Wichtigsten. Wenn die Lust ein Zwang wird sollte man sich etwas anderes suchen. Gibt es sonst noch etwas, dass du unbedingt loswerden möchtest? A: Ja. Ich fordere endlich ein Freibad für Stinatz! Na dann, sage ich danke für das Interview. Link: www.stipsits.com |
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| 0 Kommentare | am 30. May 2008 geschrieben | ||
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