Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel (44) hat Sympathien für die Protestbewegungen gegen Stuttgart 21 und die Castor-Transporte. «Ich betrachte das mit Wohlwollen, dass Volkes Stimme wieder eine Rolle spielt», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
«Es ist gefährlich, was die Politik macht und wenn Gesetze durchgepeitscht werden. Das merken die Leute.» Krumbiegel kämpft seit Jahren gegen Gewalt und Rassismus und engagiert sich gegen Landminen. Er sei beim Widerstand in der DDR-Wendezeit «politisch angeknipst» worden und könne die Proteste gut nachvollziehen. Am Freitag erscheint die Jubiläums-CD zum 20-jährigen Bestehen der Prinzen.
DIE PRINZEN - „Es war nicht alles schlecht“
Viele haben es gehofft, manche es befürchtet, kaum einer hat es für möglich gehalten: Nun aber ist es Tatsache: Die Prinzen schauen auf zwanzig bewegte, rastlose und vor allem sehr erfolgreiche Jahre zurück – und sie lassen keinen Zweifel, dass auch in Zukunft mit ihnen zu rechnen ist.
Ein kurzer Blick zurück: Es ist der 7. Dezember 1991 und es ist kalt, nasskalt – ein grausiger Winterabend, an dem man am liebsten Zuhause bleibt. Aber im niedersächsischen Oldenburg steigt die NDR-Riesenfeté mit den US-Rockern Huey Lewis & the News, dem englischen Popsternchen Chesney Hawkes, den Plattdütsch-Rockern Torfrock, dem Deutschrock-Urgestein Achim Reichel – und den Prinzen. Für viele Besucher sind die Jungs aus Leipzig noch ein unbeschriebenes Blatt, aber mit den Songs ihres ersten Albums „Das Leben ist grausam“, allen voran „Gabi und Klaus“ und „Millionär“, bringen sie die Weser-Ems-Halle zum Sieden. Ihr famoser fünfstimmiger A-cappella-Gesang wird zum Markenzeichen der Band.
Ende 1991 steht das Debüt-Album der Prinzen in den Top Ten der deutschen Charts, sagenhafte 78 Wochen kann es sich in den Top 100 platzieren und es geht über 1,2 Millionen mal über die Ladentische. Die Band wird als gelungener Beweis für den Aufschwung Ost gefeiert. Das haben die Prinzen schon damals nicht gern gehört, und heute noch weniger. “Keiner geht in irgendeinen Plattenladen, und kauft sich eine Platte, nur weil’s eine Ostband ist“, merkt Tobias Künzel an. „Wir sehen uns als Leipziger Band, die in Deutschland und in allen deutschsprachigen Ländern erfolgreich ist.”
Die Prinzen sind zu Recht stolz auf das Erreichte. Aber viel mehr freuen sie sich auf die neuen Herausforderungen der Zukunft. „Wir sind ein bisschen erwachsener geworden, haben alle Kinder und Familie, aber unsere Liebe zur Musik ist ungebrochen. Ich weiß, dass ich mein Leben lang Musik machen werde. Solange ich atme, werde ich singen“, bekräftigt Sebastian Krumbiegel. „Und ich glaube, gerade wir als fünf Sänger, die a cappella singen, können noch sehr lange auf der Bühne stehen. Für uns ist keine Ende in Sicht.“
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