Facebook Places gefährdet Soldaten

Facebook Places gefährdet Soldaten

 Facebooks Standort-Dienst Places ist eine Gefahr für Soldaten, deren Familie und ihre Freunde. Eine entsprechende Warnung des britischen Verteidigungsministerium wird an militärische und zivile Mitarbeiter der britischen Streitkräfte verteilt, berichtet The Register. Konkret fürchtet das Ministry of Defense (MoD) einen Missbrauch der Places-Daten durch Angreifer, die so Militärangehörige in Nordirland genau lokalisieren könnten. Daher rät das Ministerium, Places zu deaktivieren.



Riskante Chance

Places erlaubt Usern unterwegs, die Information über ihren Aufenthaltsort auf Facebook mit anderen zu teilen. Während es Experten gibt, die Places als Chance für standordbezogene Dienste sehen, hat der Dienst von Anfang an auch viele Kritiker auf den Plan gerufen. Seit rund zwei Wochen ist das Angebot für Großbritannien freigeschaltet, wo auch das MoD Places kritisch gegenüber steht.

"Soziale Netzwerke bieten bereits ein umfassendes Open-Source-Tool zur Informationsbeschaffung", heißt es in einem Schreiben des Ministeriums. Mit Places steigt die Gefahr noch, da der Standort von Soldaten ganz leicht ungewollt preisgegeben werden kann. Denn der Dienst erlaubt standardmäßig neben dem User selbst auch dessen Freunden, ihn bei Places einzuloggen. Der Standort ist dann für jeden anderen Facebook-User am gleichen Ort sichtbar. Das birgt die Gefahr, dass ein Angreifer genau weiss, ob seine Zielperson in Reichweite ist.


Gefährliche Offenheit

Sowohl die Möglichkeit des Fremd-Log-ins als auch die Sichtbarkeit für andere User können im Facebook-Profil deaktiviert werden. Genau dazu rät das MoD britischen Militärangehörigen. Zudem empfiehlt es, den Places-Standort auf Facebook nicht einmal für Freunde sichtbar zu machen. Freilich wäre all das nicht nötig, wenn Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk bei Standardeinstellungen zu möglichst großer Offenheit tendieren würde.

Dass Facebook-Nutzer anpassen können, was genau sie mit wem teilen, ist nur bedingt hilfreich. Denn für User ist nicht immer leicht zu durchschauen, welche Einstellungen sie alle anpassen müssen. Der bekannte Sicherheitsexperte Bruce Schneier hat Facebook und anderen Web-Riesen kürzlich vorgeworfen, dass sie Privatsphre-Einstellungen absichtlich verwirrend machen


0 Kommentare | am 04. Oct 2010 geschrieben von Mukivista | auf Facebook teilen | auf Twitter teilen
Tags: Memberartikel, Mukivista, Soldat, Facebook


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