Nena bezeichnet sich nicht als Powerfrau

Nena bezeichnet sich nicht als Powerfrau

Nach fast 30-jähriger Karriere hat sie nun mit «Nena - Best Of» (12. November/Warner) ihr erstes Best-Of-Album selbst zusammengestellt. Im Interview erklärt sie, was sie über Castingshows denkt und warum sie keine Power-Frau ist.


Auf Ihrem neuen Album haben Sie Lieder von 1982 bis 2010 zusammengetragen. In der Zeit ist viel passiert. Was war für Sie besonders wichtig?


Nena: Meine erste Begegnung mit Gott, die Geburten meiner Kinder, der Tod meines Sohnes, die Begegnung mit meinem Mann - alles, was man erlebt ist wichtig! Ich kann da nicht einfach irgendwas herausgreifen und es als besonders wichtig empfinden - alle Puzzleteile haben eine Bedeutung und jedes Leben ist immer ein Gesamtkunstwerk.



Was war Ihnen bei der Auswahl der Lieder wichtig?


Nena: Ich habe mir keine große Qual damit bereitet und habe das - zuck, zuck, zuck - ganz intuitiv gemacht. Natürlich sind "99 Luftballons" und "Irgendwie" drauf, aber eben auch ganz neue Lieder wie "Es interessiert mich nicht", dass ich erst vor kurzem geschrieben habe. Außerdem: Was heißt schon "Best-Of", man kann ja nicht ein ganzes Leben auf ein Album reduzieren. Das hier ist nur ein ganz kleiner, wenn auch schöner Ausschnitt.


Dann ist das also eine Momentaufnahme Ihrer Gefühlswelt?


Nena: Meine Gefühlslage ändert sich am Tag 30 Mal. Das ist eine reine Achterbahnfahrt. Allerdings habe ich längst aufgehört, das abstellen zu wollen. Das gehört einfach zu mir.


Man hat heute den Eindruck, dass junge Musiker vor allem eins wollen: berühmt werden - und das möglichst schnell. In Castingshows wird das bewusst ausgenutzt.

 


Nena: Leute, die so etwas sagen, sind gefangen von dem, was täglich an Informationen auf sie einprasselt, sie sind fremdbestimmt und lassen sich von anderen vorschreiben, wie das große Lebensglück, was immer das auch sein soll, auszusehen hat. Man inspiriert sie nicht, in ihre Kraft zu kommen, man will sie einfach nur gefügig und passend haben.


Was raten Sie Nachwuchsmusikern?



Nena: Ich rate niemandem etwas. Ich bin weder Missionar noch die erfahrene, perfekte Power-Frau. Wie kann ich Anderen sagen, was sie zu tun haben? Ich weiß ja auch nicht, wie das Leben funktioniert.

 

Quelle: dpa


1 Kommentare | am 16. Nov 2010 geschrieben von Mukivista | auf Facebook teilen | auf Twitter teilen
Tags: Memberartikel, Mukivista, Musiknews, Sound, Nena, Warner, Interview


Kommentare

white tara

white tara

26. Nov 2010 | 10:35

wow... hab nciht gewusst dass sie ein Sohn verloren hat... dass ist häftig... =/
für micht IST sie auf jeden FALL eine \"power frau\" aber nur im guten sinne des wortes!!
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